29.
August

Marko Beikert, Vorsitzender des Arbeitskreises Reserveoffiziere Wilhelmshaven – Friesland, dankte Hans-Werner Kammer für sein Interesse.

Bundestagsabgeordneter im Austausch mit Reserveoffizieren

Der Bundestagsabgeordnete Hans-Werner Kammer und der Landtagslandidat der CDU Wilhelmshaven, Stephan Hellwig, haben sich am Montagabend im Offiziersheim Wilhelmshaven mit der Reservistenkameradschaft AKRO Wilhelmshaven-Friesland über den Traditionserlass der Bundeswehr ausgetauscht. Anlass waren die von Verteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen angekündigten Reformen in der Bundeswehr. Im Zuge der Affäre um den Bundeswehroffizier Franco A., der mutmaßlich ausländerfeindlich motivierte Terroranschläge geplant hatte, war die Verteidigungsministerin vom Traditionserlass von 1982 abgerückt. Aktuell plant Frau von der Leyen dessen Überarbeitung.

Hans-Werner Kammer erklärte gegenüber den Reserveoffizieren, dass die Bundeswehr stolz auf Ihre Geschichte sein könne. Die Vorzeichen hätten sich seit 1982 jedoch geändert. „Der Traditionserlass von 1982 hat sich bewährt. Allerdings ist er auch nicht mehr hundertprozentig auf dem Stand der Zeit. Durch die Auslandseinsätze, den Kampf gegen den internationalen Terrorismus und gegen Piraten hat sich die Bundeswehr seit 1982 stark verändert. Zudem dürfen nun Frauen ihren Dienst verrichten und die Wehrpflicht wurde ausgesetzt. Diese Veränderungen müssen bei der Traditionspflege in der Bundeswehr künftig berücksichtigt werden“, erklärte der Bundestagsabgeordnete.

Die Reserveoffiziere hielten an der Ausrichtung des Traditionserlasses von 1982 fest. Sie räumten aber ein, dass ein 35 Jahre alter Erlass nicht immer die aktuelle Wirklichkeit widerspiegeln könne. „Einflüsse aus der Zivilbevölkerung haben der Bundeswehr immer gut getan, deshalb ist der Diskurs wichtig“, hieß es aus den Reihen der Reservisten. Dafür müsse man den Traditionserlass aber nicht „auf links drehen“.

CDU-Landtagskandidat Stephan Hellwig stimmte dem zu. „Die Geschichte der Bundeswehr ist seit jeher durch Kontinuität geprägt, insofern spielen Traditionen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig hat sich die Bundeswehr in den vergangenen 60 Jahren als sehr lernfähig erwiesen. Auch mit der aktuellen Debatte ist die Truppe sehr besonnen umgegangen.“

Hans-Werner Kammer sicherte seinen Gesprächspartnern zu, die Bedenken schriftlich an die Verteidigungsministerin weiterzugeben. „Es ist wichtig, dass wir nicht nur externen Beratern vertrauen. In erster Linie müssen wir auf diejenigen hören, die sich selbst in den Dienst der Bundeswehr gestellt haben“, so Kammer.

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